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Editorial

Die Zahl der Management Buy In und Management Buy Out bei uns wird zunehmen. Unternehmerisch geprägte Manager wollen sich am Kapital der von ihnen geführten Unternehmen beteiligen. Unternehmensverkäufe in der Unternehmernachfolge und als Spin off eines Konzerns bieten die Möglichkeit hierzu.

Die Zahl der passenden Transaktionen steigt. Privates und institutionelles Beteiligungskapital für MBI und MBO steht in den deutschsprachigen Ländern in ausreichendem Maß zur Verfügung. Wir wollen mithelfen, daß Deals, Manager und Kapital (bzw. Akquisitionsfinanzierung) besser zueinanderfinden.

Wir veröffentlichen hier Informationen und Kommentare. Allgemein interessierende Fragen werden ebenso angesprochen wie Erfahrungen aus Transaktionen und Meinungen zum Markt. Wir adressieren Unternehmenskäufe in den deutschsprachigen Ländern bei mittelständischen Unternehmen aller Branchen.

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Nicht zu beneiden: die M&A-Berater im Mittelstand

Jede Woche kommt eine neue Einladung zu einem Seminar. Unternehmensverkauf im Mittelstand, Akquisitionsfinanzierung im Mittelstand, Unternehmernachfolge im Mittelstand. Wahrscheinlich ist es so wie immer. Die Teilnehmer sind hauptsächlich Berater, kaum Mittelständler, die verkaufen wollen. Sonst ist es kaum vorstellbar, dass die vielen guten und manchmal klugen Ratschläge so ungehört bleiben. Einen Verkaufsprospekt ausarbeiten? Er darf aber nichts kosten. Zahlentransparenz herstellen? Wir haben doch Faustregeln für alles. Eine mehrjährige Planung? Wer kann schon die Zukunft voraussagen. Eine M&A-Berater? Wir brauchen doch nur einen Interessenten am Tisch, das weitere können wir selbst. Aus all diesen Gründen einen niedrigen Kaufpreis erlösen? Nein, das darf nicht sein. Wir haben ja ein hoch ertragsreiches Unternehmen geschaffen. Das kostet seinen Preis! – Aber eine erfolgreiche Transaktion mit einem seriösen Erwerber kommt so kaum zustande.
11.03.08

Bankenkrise: was für ein Thema!

Machen wir es uns leicht. So wie die Zeitungen und Wirtschaftsmagazine. Durch die Sub prime-Krise trocknet der Markt für Akquisitionskredite aus. Es gibt keine neuen großen Transaktionen im Private Equity. Finanzinvestoren, die in der Vergangenheit zu aggressiv finanziert haben (oder waren das nicht die Banken?), müssen sich vorsehen. So weit, so richtig. Was uns aber interessiert ist der Markt für mittelständische Transaktionen. Hier können wir bislang nicht feststellen, dass sich die Banken zurückziehen. Wohl aber, dass sie bei den Finanzierungen wieder vorsichtiger sind. Das ist gut so. Die Preise für Unternehmen werden durch das nicht mehr so leicht verfügbare Geld wieder auf ein vernünftiges Niveau sinken. Das wird noch ein wenig dauern. Zunächst erwarten die Verkäufer, einen hohen Preis zu erzielen. Die ersten Angebote enttäuschen. Sie warten ein wenig. Dann kommt die Entscheidung: wartet man länger oder geht man mit einer niedrigeren Erwartung an den Verkauf. Wer jetzt auf bessere Zeiten für Verkäufer hofft, wird länger warten müssen. Vorbei die Hype. Gute Nachrichten für Käufer.
27.02.08

Glück oder Unglück? Der EUR 1,00-Deal

Manager mit unternehmerischer Ambition fragen uns häufig: „Gibt es nicht ein Unternehmen, das ich günstig erwerben und dann restrukturieren kann? Ich habe nicht genügen Geld zum Kauf eines profitablen Unternehmens, aber viel Erfahrung in der Neuausrichtung.“ Diese Unternehmen gibt es schon. Auch gibt es inzwischen einen Markt für den Erwerb von Unternehmen aus der Insolvenz. Doch ist billig auch günstig? Wir haben da unsere Zweifel. Unternehmen kann es schlecht gehen, wenn das bisherige Management seine Arbeit nicht richtig gemacht hat. Wir sehen aber häufig ertragsschwache Unternehmen, bei denen neben dem Management auch der Markt, also Wettbewerb, Preise und Produkte die Ursachen für die schwierige Situation sind. Nicht immer hat ein guter Manager alle Stellhebel selbst in der Hand. Kann man da zu einem Kauf raten? Selbst wenn ein Manager bei solch einem MBI nur wenig Geld in die Hand nehmen muß, droht das Risiko einer erfolglosen Restrukturierung. Welche Chancen hat der Käufer dann noch für sich und das Unternehmen? Ja, selbst wenn es gut geht, ist es oft gar nicht so einfach ein restrukturiertes Unternehmen erfolgreich weiterzuverkaufen. Am Ende möchte man den geschaffenen Wert aber doch realisieren. Wie wir es halten? Wir sehen uns solche „Fälle“ aufmerksam an, doppelt aufmerksam. Gut gehende Unternehmen sind uns deutlich lieber.
06.11.07

Der passende Deal - woher nur?

Makler, M&A Berater, Banker, Unternehmensberater, Internet-Börsen, Freunde und Bekannte; es gibt viele mögliche Quellen für Transaktionen. Warum ist es dann so schwer, das passende Unternehmen für ein MBI zu finden? Der gute Tip ist wertlos, wenn nicht wirklich eine Transaktion ansteht, vom Eigentümer angestrebt wird. Die sicherste Quelle für Transaktionen sind die mit einem Verkauf beauftragten M&A Berater. Sie aber stehen Interessenten für ein MBI oft reserviert gegenüber. Für die Verkäufer sind MBI-Manager im Akquisitionsprozeß zu „beratungsbedürftig“. Einfacher ist ein Verkauf an Strategen oder Finanzinvestoren. Sie kennen die Prozesse und verfügen über höhere Eigenmittel als MBI-Manager. Darüber lässt sich schlecht streiten. Gute Gründe, Interessenten für ein MBI außen vor zu lassen? Wir glauben nicht, daß Strategen heute noch anders rechnen als Finanzinvestoren – oder wir. Wir begleiten die gut qualifizierten und persönlich ausgewählten Manager in der Akquisition als Berater auf der Käuferseite. Wir strukturieren und akquirieren mit ihnen zusammen die Finanzierung. Unser Netzwerk von Finanziers im Mittelstand ist breit und deutschlandweit. Vor allem aber haben wir einen laufenden Deal Flow bei MBI. Wir wollen zeigen, daß man MBI käuferseitig professionell betreiben kann. Ohne den geeigneten Manager gibt es schließlich keine Unternehmernachfolge.
14.09.07

M&A-Rekordjahr in Europa und weltweit

Der europäische Markt für Fusionen und Übernahmen wird in diesem Jahr ein neues Rekordjahr erleben. Nach Angaben des Finanzinformationsdienstes Thomson Financial liegt das Volumen angekündigter M&A-Transaktionen bis Ende Juli bei 1,29 Bill. $ und überschreitet damit bereits jetzt das Volumen des gesamten Vorjahres.

Die Schwierigkeiten am US-amerikanischen Hypothekenmarkt und die Reaktionen der Banken haben jedoch zu einem Rückgang bei fremdkapitalfinanzierten Übernahmen durch Beteiligungsgesellschaften geführt. Deren Transaktionsvolumen ging im Juli um 46 % im Vergleich zum Vormonat zurück und machte nur noch 16 % des gesamten M&A-Volumens aus.
02.08.07

Wie es gelehrt wird: zu Beginn die Due Diligence?

Wer gerne hohe Ausgaben riskiert ohne zu wissen, ob der Unternehmenskauf voraussichtlich klappt, der sollte die Due Diligence sehr früh beginnen. Ein erfahrener Anwalt für die Legal Due Diligence, ein ebenso erfahrener Wirtschaftsprüfer für die Financial und die Tax Due Diligences? Die Kosten werden schnell zu Buche schlagen. Auf eine gründliche Commercial  Due Diligence darf man auf keinen Fall verzichten, aber die wird der MBI-Interessent am besten selbst übernehmen. Das kostet ihn nur Zeit, zeigt ihm aber alle Risiken der Transaktion bei Produkten, Markt, Wettbewerb und Preisen, also für Umsatz und Ergebnis. Teurer, also ausgabewirksam, sind die Kosten für den Anwalt und Wirtschaftsprüfer. Ein guter M&A-Berater auf Seiten des Verkäufers wird die Interessenten dazu verpflichten wollen, möglichst lange parallel zu prüfen. Die Zahl der Bieter soll hoch bleiben. Für die Interessenten sinke aber die Wahrscheinlichkeit auf den Zuschlag, wenn die Konkurrenz gross ist. Ohne Unternehmenskauf sind die Kosten der Due Diligence und auch für den Kaufvertrag möglicherweise verloren. Die Käufer werden eine frühe Einigung und Exklusivität anstreben. Und erst dann mit der (gründlichen) Due Diligence beginnen, wenn sie die Wahrscheinlichkeit für einen Deal als hoch erachten.
06.06.07

Indikation: Angebote ohne Prüfung?

Nach dem Studium des Memorandums soll der kaufwillige MBI-Interessent gleich ein Angebot schreiben, eine unverbindliche Indikation. Ohne das Unternehmen gesehen zu haben. Wozu und wie kann man einen Preis auf der Basis so weniger Informationen abgeben? Man kann und vielleicht sollte man sogar. Eine frühe Indikation ermöglicht dem Verkäufer abzuschätzen, ob seine Vorstellungen zum Kaufpreis auch von den möglichen Käufern geteilt werden. (Zur Zeit kann es sogar vorkommen, dass die Indikationen über den Erwartungen liegen.) Die Indikationen bauen auf dem Geschäftsplan des Verkäufers in dem Memorandum auf. Das ist oft ein Zeichen für den potentiellen Käufer, dass der Geschäftsplan durchdacht und fundiert ist. Stellt er sich nachträglich als fehlerhaft heraus, gibt es gute Gründe zur Anpassung des Angebots nach unten. Eine frühe Indikation nutzt beiden Seiten.
30.05.07

M&A Berater - wozu?

Oder wie die Frage meist von mittelständischen Unternehmern gestellt wird: wozu braucht der M&A Berater einen Retainer? Wenn er seiner Fähigkeiten so sicher ist, sollte die Erfolgsvergütung genügen. Der Grundfehler ist, wieder einmal alles von den Kosten her zu sehen. Dabei kommt es auf die Leistung an. Nur ein gut vorbereiteter und gut getakteter Verkaufsprozess führt einigermaßen sicher zu einem einträglichen Ende. Der Verkäufer signalisiert mit der Auswahl des Beraters zweierlei. Einmal den Willen auch wirklich zu verkaufen; der steht in vielen nicht professionell begleiteten Transaktionen gar nicht so fest. Zum anderen zeigt der Verkäufer die Bereitschaft zur erforderlichen Transparenz. Ohne Klarheit über die Fakten kann sich der Interessenten kein  belastbares Urteil über das Zielunternehmen machen. Etliche Finanzinvestoren gehen Deals gar nicht mehr nach, die nicht von einem M&A Berater des Verkäufers vorbereitet und begleitet sind. Letztlich heißt das, dass in solchen Fällen potente Käufer gar nicht adressiert werden können – und ein möglicherweise höherer Preis nicht erzielt wird. Die Kosten für den Retainer fallen da gar nicht mehr ins Gewicht.
04.05.07

Wie viele MBIs gibt es?

Wie häufig ist MBI bei uns? Oder wie man uns oft fragt: Wie schnell komme ich zu einem Unternehmen? Zunächst eine Definition. Der Bundesverbandes Deutscher Kapitalbeteiligungsunternehmen e.V. nennt ein „Management Buy-in (MBI) die Übernahme eines Unternehmens durch ein externes Management; das Management hält mehr als 10% der Anteile.“ In der Statistik des BVK werden Transaktionen in Deutschland erfaßt, an denen Beteiligungsgesellschaften mitwirken. Für das Jahr 2005 verzeichnet der BVK insgesamt 82 Transaktionen im Segment Buy out. Lediglich acht (!) Transaktionen waren MBI. Das von Beteiligungsgesellschaften investierte Eigenkapital bei diesen Transaktionen betrug nur EUR 15,46 Mio., ganze 0,5% der Gesamtinvestitionen von Beteiligungskapital in Deutschland im Jahr 2005. Besteht bei so wenigen Transaktionen überhaupt eine realistische Chance auf ein MBI? Auch wenn in der Statistik sicher nicht alle relevanten Transaktionen erfaßt sind, gilt: Für einen Manager, der sich an größeren Unternehmen zusammen mit Private Equity beteiligen möchte, kann MBI nur eine Alternative zu anderen Karriereüberlegungen sein. Einem Manager, der sich (vor allem mehrheitlich) an mittelständischen Unternehmen beteiligen möchte, sollte die Statistik nicht den Appetit verderben. Denn dieser Markt ist in der Statistik nicht erfaßt. Er ist wesentlich größer, auch wenn die Zahlen in der Presse vollkommen überhöht sind. Doch mehr hierzu ein andermal.
22.02.07

Is it a Deal?

Eine Frage, die Finanzinvestoren immer stellen. Ideen und „mögliche“ Transaktionen gibt es viele am Markt. Jeder Investor hat gerne den sogenannten proprietären Deal Flow, die Kaufgelegenheiten ohne preistreibenden Wettbewerb. Aus wie vielen der exklusiven Projekte wird wirklich ein Kauf? Man kann viel Zeit in direkten Gesprächen mit den Eigentümern verbringen. Aber ob der Wille zum Verkauf wirklich da ist? Oder wollen sie nur feststellen, welchen Wert ihr Unternehmen hat? Viele erfahrene Beteiligungsinvestoren ziehen Akquisitionen vor, bei denen der Verkäufer sich von professionellen Beratern begleiten läßt. Ein Memorandum, ein klar gegliederter Verkaufsprozeß mit transparenten Zahlen, einer Absichtserklärung und einer gut vorbereiteten Materialsammlung für die Due Diligence erhöhen die Wahrscheinlichkeit, daß ein Verkauf ernsthaft angestrebt wird. Was können Manager für das MBI von den professionellen Investoren lernen? Keine Scheu vor Projekten mit professionellen Beratern auf der Verkäuferseite. Die Transaktion wird nicht teurer, solange man selbst nicht beim Preis übertreibt. Und sie dauert nicht länger, solange man sich nicht unter falschen Zeitdruck setzen läßt.
04.12.06