Die Preise für Unternehmen steigen in diesem Jahr rapide. In der Presse liest man mehr von den großen Transaktionen. In der Praxis sieht man es auch bei Unternehmensverkäufen im Mittelstand. Im Oktober 2006 wurde in einer monatlichen Einschätzung eines Expertengremiums die Preisobergrenze im Maschinenbau bei dem sechsfachen des EBIT gesehen. Im November 2006 wird ein Multiple von 7,2 (jeweils Small Cap). 1) Kann das sein? 2) Wie soll das weitergehen? Ad 1): Die Preiserwartung steigt tatsächlich. Akquisitionskredite sind nach wie vor günstig und neue Banken kommen in den Markt. Das erforderliche Eigenkapital sinkt (Quote). Wenn dann noch Anlagedruck besteht – bei Private Equity oder notierten Unternehmen – steigt die Bereitschaft einen höheren Preis zu zahlen. Das fachkundige Publikum spricht schon darüber, welche der großen und teuren Deals nicht gut ausgehen wird. Ad 2): Wer klug ist, wird seine Beteiligungsentscheidung nicht auf dem Finanzierungsangebot basieren sondern auf den Tilgungsmöglichkeiten aus einem konservativ errechneten freien Cash Flow. Und wagemutigeren Investoren im Zweifel den Vortritt lassen. Verkäufer, die ihr Unternehmen längerfristig gesichert sehen wollen – also viele geschäftsführende Gesellschafter – werden sowieso den „best buyer“ suchen, nicht denjenigen der nicht rechnen kann.
Investoren » Kippt der Markt für Beteiligungskapital?