Finanzierung » Bürgen oder nicht bürgen?
Eine Tagung zum Thema Finanzinvestoren und Management Buy In (MBI). Der erste Redner, ein erfahrener Finanzinvestor ruft den an einer Beteiligung interessierten Manager zu: bürge nie! Weitere Referenten erläutern Finanzierungen und Programme, die eine langfristige, teils unbeschränkte persönliche Bürgschaft voraussetzen. Dann kommt mein Beitrag: wieder ein klares Votum gegen persönliche Bürgschaften. Haben die Führungskräfte aufgepasst? Zumindest fragt keiner der Teilnehmer an diesem Tag nach der Auflösung des offenkundigen Widerspruchs. Es mag schon sein: mit Bürgschaft kommt man leichter zu einer MBI-Finanzierung bei Unternehmenskäufen, bei denen der Manager die Mehrheit oder 100% der Anteile erwerben will. Aber kann man zum Zeitpunkt des Kaufs uneingeschränkt sicher über die Ertrags- und Finanzierungskraft des Unternehmens sein? Kann und will man zusätzlich zu dem Eigenkapital auch mit dem gesamten persönlichen Vermögen haften? Wir raten ab; zumindest sollte die persönliche Bürgschaft eng begrenzt sein. Die Anteile am Unternehmen wird man immer geben (müssen). Bei Transaktionen unter der Federführung eines (seriösen) Finanzinvestors wird die Frage nach der persönlichen Bürgschaft zur Anteilsfinanzierung nie gestellt werden. Vielleicht ist es da manchmal besser, weniger Anteile am Zielunternehmen zu halten, aber dafür ein freies Vermögen zu behalten.